Aikido-Lager 2001

oder

Die Samurai vom TSV Schmiden im Land der Vikinger

Das Land - warum gerade in Norwegen?

Nun, es ist klasse, täglich Aikido üben zu können. Aber mehr als 3-4 Stunden schaffen nicht mal die eifrigsten. Und was machen wir mit der übrigen Zeit? Da ist die Auswahl riesig. Je nach Wetter gibt's viele mögliche Aktivitäten: von Lesen und Poker spielen (bei starkem Regen) bis Klettern, Wandern, Radfahren, Schwimmen... das einzige, was nicht verfügbar war, ist jegliche Art von Faulenzen: es gab weder einen sandigen Strand, auf dem man im Schatten einer Palme liegen könnte, noch eine große Auswahl an Kneipen und Restaurants, die Touristen locken. Selbst im Fernseher gab es nur norwegische Programme (Sat-Programme gibt es natürlich in den teureren Hotels).
Seit wir jedoch das schöne, raue Land kennengelernt hatten, träumten wir davon, unseren Urlaub mit Aikido zu verbinden, sozusagen unsere Version von "Aikido and the Harmony of Nature". Also schauten wir uns um auf der Suche nach geeigneten Plätzen.
Schließlich hatten wir dieses Jahr genügend Kontakte und Adressen, um es zu wagen. Und so fand unser erstes Aikido-Sommerlager statt.


Das Dojo

In Norwegen gibt es keinen Massentourismus, erst recht keinen massiven Ansturm von Budokas. Deswegen konnten wir nicht auf das Mieten eines fertigen Dojo zählen: Improvisation war angesagt. Wir fanden aber mehrere Hotels, Motels und Campingplätze, die bereit waren, einen geeigneten (na ja, mehr oder weniger) Raum zur Verfügung zu stellen. Die Matten mußten wir also mitnehmen.
Die erste Woche verbrachten wir in Hjelle-Motel und trainierten in einem sehr hübschen, doch kleinen Raum. Kaitennage war da nicht drin, dafür haben wir unsere Hebeltechniken in aller Ruhe verbessern können.
In der zweiten Woche waren wir in Otta - eine große Holzhütte ermöglichte uns die volle Entfaltung unserer Flugkünste.
Und nicht zu vernachlässigen: das Freiluft-Dojo mit super-Aussicht und Klimaanlage. Während Stuttgart bei 35° dahinschmolz, hatten wir beim Waffentraining angenehme 18-20°, manchmal kam sogar eine Erfrischung gratis vom Himmel (doch entgegen böser Verleumdungen regnet es auch in Norwegen nicht ständig).


Das Extra-Programm

Wie gesagt, die Auswahl ist groß. So konnten wir uns immer spontan entscheiden, was wir machen, ohne vorher planen oder buchen zu müssen. Einmal fuhren wir alle zusammen zum nicht weit entfernten Gletscher.
Daß das viel mehr ist als nur "eine große Menge Eis" weiß man aber erst, wenn man direkt davorsteht.
Unterwegs haben wir die typische Fjordlandschaft bewundert.
An anderen Tagen gingen wir auf größere oder kleinere Wanderungen ins Gebirge oder fuhren mit Rädern durch die Gegend.
Wer schwimmen wollte, der hatte vor der Moteltür einen 30 km langen See mit kristallklarem Wasser für sich allein - die meisten zogen dem Schwimmen eine Bootsfahrt vor.




Na ja, das Gletscherwasser war nicht ganz so warm, wie wir es von Schwimmhallen kennen. Aber die Aussicht auf verschneite Gipfel entschädigte den Mutigen für die kalten Füße.


Das Abendprogramm

Unser Spruch sagt, wer sich langweilt, ist selber schuld. Endlich hatten wir Gelegenheit, längst angefangene Bücher zu Ende zu lesen, Pokern oder Gitarre zu spielen - zu Hause kommt man ja kaum dazu.


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